Wie Sie sicherer im Internet surfen

Wie Sie sicherer im Internet surfen

Surfen im Internet macht Spaß. Ob auf der gezielten Suche nach Informationen oder zum Zeitvertreib – die unendliche Vielfalt der Webseiten bietet Wissen und Unterhaltung gleichermaßen. Aber: Wer surft, hinterlässt Spuren. Betreiber von Internetseiten erfahren so Ihre IP-Adresse, Ihren Wohnort, Ihre Browser-Version, Ihre Domain, Ihre Suchwörter und die Links, über die Sie auf die Seite geführt wurden. Anhand von Cookies werden Sie von Seiten, die Sie bereits besucht haben, wiedererkannt. Auch wird erfasst und gespeichert, was Sie wann auf einer Seite angeschaut oder gekauft haben. Haben Sie gar Newsletter bestellt, so sieht der Betreiber, ob, wie oft, wann und wie lange Sie über den Link des Newsletters auf seiner Seite unterwegs waren.

Datensammlung für mehr Service

Das Sammeln von Daten für Marketingzwecke war schon gang und gäbe, als es das Internet noch gar nicht gab. Mit den jetzt vorhandenen technischen Möglichkeiten hat es natürlich ein ganz anderes Ausmaß angenommen. Nicht nur Facebook ist scharf auf Ihre Profile – auch Ihre Hausbank, Fluglinien, Onlineshops, Werbeagenturen oder Energiekonzerne bis hin zum kleinsten Blogger sammeln und nutzen persönliche Angaben zur Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen.

Das geschieht durchaus zum Vorteil der Kunden: Sie haben im Internet ein neues Kleid gekauft? Bitte schön – schon folgen Angebote weiterer Kleidungsstücke. Sie haben ein Hotel gebucht? Bitte schön – schon werden Sie darauf aufmerksam gemacht, dass Sie vergessen haben, das Frühstück zu bestellen. Sie streamen viel Musik? Spotify & Co bieten Ihnen speziell auf Ihren Musikgeschmack zugeschnittene Titellisten.

Wer diese Datennutzung nicht akzeptieren will und davon ausgeht, dass auch Kriminelle und Geheimdienste sich seiner Daten bemächtigen, sodass Viren auf den Computer gespielt oder Trojaner installiert werden (was leider nicht ausgeschlossen werden kann), hat die Möglichkeit, seine Spuren beim Surfen im Internet weitgehend zu verwischen.

Immer auf dem neuesten Stand

Erste Regel des sicheren Surfens: Das Betriebssystem des Computers sollte immer auf dem aktuellen Stand sein. Die Hersteller bieten regelmäßig Aktualisierungen an, mit denen Sicherheitslücken geschlossen werden. Außerdem sollte eine Antiviren-Software installiert sein, die sich auch auf dem neuesten Stand befindet.

Ebenso sorgfältig sollte man darauf achten, dass Updates bei Browsern vorgenommen werden. Alle Browser bieten Voreinstellungen zu Sicherheit und Datenschutz, die unbedingt genutzt werden sollten.

Google Chrome, Firefox und andere Anbieter ermöglichen es, Passwörter, die als Zugang zu bestimmten Seiten gebraucht werden, zu speichern. Das ist eine gute Sache, wenn man sicher sein kann, dass keine unbefugte Person den Computer benutzt. Auf Computern im Büro aber sollte man nicht unbedingt sein Bank-Passwort hinterlegt haben. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Passwörter über externe Passwörter-Manager verwalten zu lassen. Das ist sicherlich umständlich, eine Trennung von Daten bringt aber immer ein Plus an Sicherheit.

Auch die Handhabung von Cookies lässt sich vorab einstellen. Alle gängigen Browser bieten die Möglichkeit, die während einer Surfsession von Webseiten auf Ihrem Rechner gespeicherten Cookies automatisch zu löschen. Der Verwendung durch Drittanbieter sollte man grundsätzlich nicht zustimmen.

Daten zwischen Webserver und Browser werden normalerweise unverschlüsselt über das HTTP-Protokoll übertragen. Die Browser-Erweiterung HTTPS Everywhere ist sinnvoll, denn dann wird die Verbindung zur Website automatisch verschlüsselt angefordert.

Proxy-Server zur Wahrung der Anonymität

Wollen Sie beim Surfen anonym bleiben und Ihre IP-Adresse – und damit Ihre Domain – nicht preisgeben, können Sie einen Proxy-Server nutzen, der als Kommunikationspartner zwischen Ihren Rechner und den Betreiber der Website geschaltet ist. Auf dem Rechner des Betreibers erscheint dann nicht Ihre IP-Adresse, sondern die IP-Adresse des Proxy-Servers. Allerdings sollte man sich vorab genau erkundigen, ob der ausgewählte Proxy-Server auch vertrauenswürdig ist. Im Web lassen sich zahlreiche Proxy-Server-Listen finden. Für sensible Dienste wie beispielsweise Internetbanking oder Onlineshopping eignen sich Proxy-Server aber nicht.

Zusätzlichen Schutz beim Trip durch das World Wide Web bietet auch die Deaktivierung verschiedener Plug-ins oder das Surfen mit eingeschränktem Benutzerkonto. Man kann alternative Suchmaschinen verwenden, die nach eigenen Angaben weder Cookies verwenden noch persönliche Daten speichern. Downloads von unbekannten Quellen sollten vermieden werden, denn dies ist oft das Einfallstor für Cyberkriminelle. Die wohl wichtigste Regel für ein sicheres Surfen im Internet dürfte allerdings lauten: Beschäftigen Sie sich mit dem Thema. Eine absolute Sicherheit und Anonymität lässt sich sicher nicht erreichen, aber Sie können bestimmte Grenzen ziehen.

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