Wie Sie sich vor Überwachung im Internet schützen

Es gibt tatsächlich noch Menschen in Deutschland, die kein Navigationsgerät benutzen, die soziale Medien ignorieren, für eine Überweisung zur Bank laufen und Flugtickets im Reisebüro buchen. Dagegen erledigt jeder zweite Deutsche mittlerweile die Hälfte aller Einkäufe online, so das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Instituts Censuswide im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Klarna.

Schutz und Teilhabe sind kein Widerspruch

Viele Internetnutzer betrachten die Preisgabe ihrer persönlichen Daten im Internet als Teil der modernen Kommunikation. Der Schutz der persönlichen Sphäre und eine aktive Teilhabe am digitalen Leben müssen aber kein Widerspruch sein.

Die Skeptiker wissen: Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Der Betreiber einer Internetseite erfährt vom Besucher beispielsweise dessen IP-Adresse, dessen Wohnort, die Browser-Version sowie seine Domain und seine Suchwörter oder Links, über die er auf die Seite geführt wurde. Cookies erkennen einen Besucher wieder, wenn er eine Seite wiederholt besucht. Käufe im Internet lassen sich ebenso nachverfolgen wie die Ansagen an einen digitalen Assistenten wie Alexa oder Siri.

Nachdenken, bevor man “Enter” drückt

Um diese Spuren zu verwischen, das Ausspionieren im Netz oder die Weitergabe von Daten zu verhindern, gibt es zahlreiche Möglichkeiten – von einfachen bis zu komplizierten.

Die erste Regel lautet, persönliche Daten inklusive Fotos nicht leichtfertig im Internet hochzuladen. Es lohnt sich auf alle Fälle, einen Moment nachzudenken, was passiert, wenn die eine oder andere Information in die falschen Hände gerät.

Zu den grundlegenden Schutzmöglichkeiten gehört es, die Einstellung “Privatsphäre” zu nutzen, um festzulegen, welche Dienste Zugriff auf Ihren Standort oder Ihre Kontaktdaten haben dürfen. Das Betriebssystem des Computers sollte immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Mit jedem Update werden Aktualisierungen mitgeliefert, mit denen Sicherheitslücken geschlossen werden. Darüber hinaus wird die jüngste Variante der Antiviren-Software mit installiert. Ohne einen aktuellen Virenscanner kann es sehr gefährlich sein, sich im Internet zu bewegen – egal ob per Desktop-Computer oder Smartphone.

Auch bei den Browsern sollten regelmäßig Updates hochgeladen und die Voreinstellungen der Browser zu Sicherheit und Datenschutz unbedingt genutzt werden. Selbstverständlich sollten Downloads von unbekannten Quellen vermieden und E-Mails mit zweifelhafter Herkunft nicht geöffnet werden.

Ein Passwort für alles – effektiv, aber gefährlich

Der vorsichtige Umgang mit Passwörtern gehört ebenso zu den Grundregeln des Verhaltens im Internet. So bequem es ist, Passwörter auf den Seiten zu speichern, es muss allerdings gewährleistet sein, dass fremde Personen keinen Zugang zum Computer haben. Die Verwendung eines Passwortes für sämtliche Zugänge im Netz ist zwar äußerst effektiv, aber wahrlich nicht sicher.

Passwörter können über externe Passwörter-Manager verwaltet werden. Eine Trennung von Daten und Passwörtern bringt auf alle Fälle ein Plus an Sicherheit.

Cookies sind ebenfalls eine sehr beliebtes Hilfsmittel, wenn man auf mehreren Seiten immer wieder Formulare ausfüllen muss. Wer diesen Service aus Sicherheitsgründen nicht nutzen will, hat zum einen die Möglichkeit, alternative Suchmaschinen zu verwenden, die nach eigenen Angaben weder Cookies nutzen noch persönliche Daten speichern.

Zum anderen lassen sich die während einer Surfsession von Webseiten auf dem Rechner gespeicherten Cookies automatisch löschen.

Wer seine E-Mails über eine Weboberfläche abruft, sollte darauf achten, dass Daten zwischen Webserver und Browser nicht unverschlüsselt über das HTTP-Protokoll übertragen werden, sondern die Browser-Erweiterung HTTPS angewendet wird. Die Verbindung zur Website wird dann automatisch verschlüsselt angefordert.

Sicher ist sicher

Wollen Sie ganz auf Nummer sicher gehen, gibt es einige Einstellungen, die mit größerem Aufwand mehr Schutz der Privatsphäre bringen. Um beim Surfen anonym zu bleiben und die IP-Adresse nicht preiszugeben, kann ein Proxy-Server genutzt werden, der als Kommunikationspartner zwischen dem Rechner und dem Betreiber der Website geschaltet ist. Die Deaktivierung verschiedener Plug-ins oder das Surfen mit eingeschränktem Benutzerkonto erhöhen ebenfalls die Sicherheit.

Wem die Privatsphäre wichtig ist, muss also nicht auf die Bequemlichkeiten, die die digitale Welt bietet, verzichten. So vielfältig die Gefahren im Internet sind, so umfangreich sind die Schutzmöglichkeiten.

weiterempfehlen

Weitere Artikel

Podcasts – ein hörbarer Erfolg

Wie man früh beim Verlassen des Hauses die Schuhe anzieht, den Rucksack ...

Reddit – Das Forum der Foren

Das Forum nennt sich selbstbewusst “Die Titelseite des Internets”. Das ist ...

Bad Münster am Stein auf der Überholspur

• Highspeed-Internet mit bis zu 120 Megabit pro Sekunde • Ab Ende März 2019 ...