Wie digitale Sprachassistenten Ihr Leben vereinfachen können

Wie digitale Sprachassistenten Ihr Leben vereinfachen können

Bevor ein Mensch lesen und schreiben lernt, kann er sprechen. Dazu braucht es keiner technischen Hilfsmittel. Sprache ist die natürlichste Art und Weise, wie Menschen untereinander und mit den verschiedensten Technologien interagieren können. So liegt es nahe, dass die Sprache auch in der digitalen Welt einen ihr gebührenden Platz einnimmt.

Technologiekonzerne wie Apple, Amazon, IBM, Google oder Microsoft haben auf das Bedürfnis, schnell und einfach zu kommunizieren, längst reagiert und bieten so genannte Sprachassistenten an, die das Leben der Menschen erleichtern können. Die sprachgesteuerten Systeme heißen beispielsweise Alexa, Siri, Cortana oder Google Assistant, sind auf Smartphones, Tablets oder Computern installiert und reagieren auf gesprochene Ansagen oder beantworten Fragen. Darüber hinaus gibt es spezielle Smart Speakers – Lautsprecher, die per Sprachsteuerung und Spracherkennung die Funktionen eines intelligenten persönlichen Assistenten übernehmen. Sie sind ebenso mit dem Internet verbunden wie Smartphones oder Tablets, haben aber meist einen festen Platz in der Wohnung oder im Haus.

Nützlich vor allem zur Informationsabfrage

“Alexa, wie wird das Wetter heute?”, ist wohl eine der häufigsten Fragen, die Alexa & Co gestellt werden. Nach einer im Februar 2018 veröffentlichten Umfrage der Consultingfirma EY unter eintausend deutschen Nutzern von Sprachassistenten finden 51 Prozent der Befragten die Informationsabfrage am nützlichsten. Dabei geht es sowohl um so simple Dinge wie das Wetter als auch um aktuelle Nachrichten oder historische Ereignisse. Der Sprachassistent recherchiert im Internet nach den gesuchten Begriffen und präsentiert das Wissen als Ansage.

Außerdem kann man einem Sprachassistenten die verschiedensten Befehle geben. Hier eine kleine Auswahl: “Siri, ruf meine Mutter an!“, „Ok, Google, schreib‘ ,Mehl’ auf die Einkaufsliste!“, „Alexa, bestelle Sushi!”. Und Siri, Alexa & Co tun, was von ihnen verlangt wird, ohne sich jemals zu beschweren.

Eine völlig neue Welt eröffnet sich dem Nutzer des digitalen Sprachassistenten im Smart Home. Wenn das Haus oder die Wohnung entsprechend digital vernetzt sind, kann der Sprachassistent den Butler spielen. Die Heizung, der Rasenmäher, die Beleuchtung, die Waschmaschine, der Geschirrspüler – alle vernetzten Haushaltsgeräte lassen sich mittels Sprachsteuerung in Bewegung setzen. Selbst die Toilettenspülung funktioniert inzwischen auf Zuruf.

Technische Möglichkeiten kaum ausgeschöpft

Die technischen Möglichkeiten der digitalen Spracheingabe werden gegenwärtig allerdings noch längst nicht ausgeschöpft. Zum einen braucht es zur Nutzung – egal ob zur Informationsbeschaffung oder als Kommandozentrale in einem vernetzten Heim – ein schnelles Internet. Darüber hinaus lässt sich die Vielzahl der Anwendungen der Sprachassistenten kaum überschauen.

Amazons Alexa zum Beispiel verfügt über mehr als 30.000 Skills (Kompetenzen), die Mehrzahl davon im Bereich Spiele und Bildung. Auch der Google Assistant ist auf Spiele und Freizeit fokussiert. Im Dezember 2017 boten schon über 480 Games & Fun-Apps eine Kommunikation über die Sprache an, das sind 27 Prozent aller Anwendungsmöglichkeiten. Nur zwei Prozent dieser Apps beschäftigten sich mit dem Wetter.

Kein Unterschied der Kanäle bei Datensicherheit

Noch wenig erschlossen sind die Möglichkeiten der Sprachassistenten im Servicebereich, beispielsweise zur Begleitung beim Einkauf, um Produktinformationen abzufragen. Und bei Bankgeschäften, z. B. bei der Zahlungsfreigabe via Identifikation über die Stimme, halten sich die Nutzer der Sprachassistenten ohnehin zurück. Nur 25 Prozent der Befragten der EY-Studie bewerten diese Möglichkeit als sehr nützlich, 38 Prozent dagegen als unnütz und sehr unnütz. Hier spielt die Datensicherheit eine große Rolle.

Kritisiert wird vor allem, dass die Daten auf den Servern von Microsoft, Apple, Amazon oder Google landen und so problemlos nachvollzogen werden kann, was wann über den Sprachassistenten abgefragt wurde, welche Produkte gekauft oder welche Befehle gegeben wurden. Tatsächlich werden die Sprachansagen gespeichert. Allerdings gibt es hier keinen Unterschied zur Datensammlung über andere Kanäle. Amazon zum Beispiel weiß noch Jahre später, wer was wann kaufte.

Doch bieten die meisten Anbieter der digitalen Sprachassistenten ihren Nutzern die Möglichkeit, die gesammelten Daten wieder zu entfernen.

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