Was Ihr Antivirenprogramm unbedingt können muss

Gegenwärtig wird die Internet-Welt von Phishing geplagt, also von Versuchen, über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen und damit Identitätsdiebstahl zu begehen. Verbraucherzentralen und Bundespolizei warnen vor Schadsoftware: „Kunden von PayPal erneut im Fokus von Phishing-Mails“, „Volksbank-Kunden aktuell stark von Phishing-Versuchen betroffen“, „Amazon-Kunden ebenfalls wieder von Phishing-Mails betroffen“. Das ist kein neues Phänomen. Wer sich in der digitalen Welt bewegt, begegnet Spam, Viren, Trojanischen Pferden, Phishing, Pharming und vielen anderen Gefahren, die Passwörter oder Firmengeheimnisse ausspähen oder einfach nur Schaden anrichten wollen. Hunderttausende von diesen Schädlingen werden täglich im Internet entdeckt. Dass man sich vor ihnen mit der richtigen Software schützen muss, ist eine Binsenweisheit. Aber welches ist die richtige Software?

Hohe Erkennungsrate als wichtigstes Kriterium

So wie die Angebote an Schutzprogrammen wachsen, so rasant entwickelt sich die Zahl der Schadprogramme. Cyberkriminalität stellt heute eine ebenso ernsthafte Bedrohung dar wie andere Formen der Kriminalität im realen Leben. Deshalb beschäftigen sich auch das Bundeskriminalamt, verschiedene Verbraucherzentralen, TÜV und Medien intensiv mit diesem Thema und testen unter anderem regelmäßig Antivirenprogramme. Die Kriterien, nach denen die Qualität dieser Software bewertet wird, sind übersichtlich.

Die wichtigste Fähigkeit eines Virenschutzprogrammes ist die Erkennungsleistung in Bezug auf Viren und andere Schädlinge. Nicht alle Programme sind in der Lage, Schadsoftware zu einhundert Prozent als Schadsoftware zu identifizieren. Eine Erkennungsrate von mehr als 95 Prozent gilt als ausgezeichneter Schutz, zwischen 95 und 70 Prozent als Basisschutz, und Programme, die weniger als 70 Prozent der Schadsoftware erkennen, werden als mangelhaft betrachtet.

Im jüngsten Test der Bundespolizei Anfang 2018 erkannte beispielsweise von 15 nur ein Programm sämtliche Angreifer, der Zweitplatzierte brachte es auf 95 und der Drittplatzierte auf 91 Prozent.

Beseitigung von Viren & Co. als Herausforderung

Das Erkennen von Attacken ist aber erst die halbe Miete. Natürlich gehört auch das Löschen von Viren, Pishings & Co zu den Aufgaben einer Virenschutz-Software. Das stellt für die meisten Programme eine große Herausforderung dar. Bei einem Test des Sicherheitsinstituts AV-Test im vergangenen Jahr wurden Schutzpakete und Spezial-Tools für die Reinigung nach einem Virenbefall geprüft, aber nur ein Schutzpaket beseitigte nach 38 Attacken sämtliche Schadsoftware. Insgesamt fiel das Ergebnis aber positiv aus: „Viele sind Top, einzelne Flop.“

Die Stiftung Warentest hat für ihren Test von 31 Sicherheitsprogrammen mehr als 40 000 Angreifer zusammengetragen – neue Schadprogramme, bösartige Webseiten und verseuchte Downloads. Hier wehrten 17 von 22 Windows-Programmen die Angreifer gut ab.

Erstmals wurden auch Schutzprogramme für Apple-Rechner getestet. Lange Zeit galt deren Betriebssystem als sicher. Wie die Stiftung Warentest mitteilt, gebe es hier zwar nach wie vor weniger Bedrohungen als in der Windows-Welt, doch auch MacOS verhinderte im Test nicht den Aufruf von Phishing-Seiten. Insofern: Auch für Apple-Rechner sind Schutzprogramme sinnvoll. Von den neun getesteten Mac-Programmen schnitten vier gut ab, vier befriedigend und eins ausreichend.

Hohe Benutzerfreundlichkeit und Zusatz-Angebote

Auch eine hohe Benutzerfreundlichkeit gehört zu einem guten Antivirenprogramm. Eigentlich sollte man von der Software nicht viel spüren. Sie soll ihre Arbeit tun, dem Benutzer Transparenz und eine komfortable Konfiguration und Administration bieten und sich vor allem selbstständig aktualisieren.

Immer mehr Hersteller von Schutzsoftware bieten inzwischen neben der eigentlichen Software zusätzliche Schutzmaßnahmen in einem Sicherheitspaket, beispielsweise eine Firewall, einen Spamschutz, Kinderschutz oder Passwortschutz. Darüber hinaus verfügen zahlreiche Produkte auch über einen Identitätsschutz, um die Privatsphäre in sozialen Netzen zu behüten.

Welche Software heute Eindringlinge am ehesten von Ihrem Computer fernhält, kann man in den verschiedenen Tests nachlesen. Allerdings sollte man sich beim Kampf gegen die digitalen Angreifer nicht allein auf die Software verlassen. A und O eines sauberen Computers ist das eigene Verhalten im Netz. Wer sorgfältig mit E-Mails umgeht, also verdächtige Post und Anhänge nicht öffnet, und nur vertrauenswürdige Internetseiten besucht, muss sich von Meldungen über Cyberkriminalität den Spaß am Internet nicht verderben lassen.

weiterempfehlen

Weitere Artikel

innogy informiert über schnelles Internet in Heckenmünster und Dodenburg

• Flächendeckender Breitbandausbau im Auftrag des Landkreises ...

So erhöhen Sie Ihre Privatsphäre in sozialen Netzwerken

Private Medien und Privatsphäre schließen eigentlich einander aus. Wer bei ...

innogy_Bürgerinfo_Wörrstadt

Wörrstadt rückt dem schnellen Internet näher

• Highspeed-Internet mit 120 Megabit pro Sekunde • ...