Von Print- zu Online-Zeitungen

Online Zeitung

Zeitunglesen ist ein Ritual. Menschen, die eine Tageszeitung abonniert haben, sind nicht einfach nur interessiert am Zeitgeschehen. Es gibt Menschen, die stehen sehr früh auf, um vor dem Start in den Tag beim Frühstück ausführlich Zeitung zu lesen. Nicht nur der Geruch nach frischem Kaffee und Croissant beglückt diese Fanatiker am Morgen. Das Rascheln beim Umblättern der Zeitungsseiten, so berichten Abonnenten, gebe ein Gefühl der Geborgenheit. Andere Menschen schnappen sich, wenn sie früh das Haus verlassen, ihre Zeitung aus dem Briefkasten und hasten zur Bahn. Wenn sie einen Sitzplatz ergattert haben, breiten sie ihre Zeitung aus und vertiefen sich in das Tagesgeschehen von gestern.

Hohe Auflagenverluste bei Print-Ausgaben

So sehr die Zeitungsabonnenten ihre Ritualen beschwören – sie halten nicht ewig daran fest, wie die rasant zurückgehenden Auflagen zeigen. Alle Verlage haben mit Abbestellungen zu kämpfen. Im ersten Quartal 2017 beispielsweise verkauften Tageszeitungen einschließlich der Sonntagsausgaben und aktuellen Sonntagszeitungen nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW) durchschnittlich pro Erscheinungstag 16,69 Millionen Exemplare gegenüber 17,63 Millionen Stück im ersten Quartal 2016 und 24,47 Millionen Stück im ersten Quartal 2007.

Dagegen entwickelt sich die Auflage digitaler Ausgaben der Tagespresse positiv: Ihr Anteil am Gesamtergebnis stieg im ersten Quartal 2017 mit 1,07 Millionen verkauften ePaper-Exemplaren gegenüber dem Vorjahr um rund ein Viertel an (1/2016: 0,86 Millionen Paper-Verkäufe).

E-Paper mit vielen Vorteilen

E-Paper sind nichts Anderes als die Zeitungen online, die Inhalte sind identisch. Jedoch bieten sie den Nutzern viele Vorteile gegenüber den Printausgaben. Während die aktuelle Ausgabe der Papierzeitung tatsächlich erst am Morgen in den Briefkasten steckt, können online-Nutzer das E-Paper vom nächsten Tag schon am Abend konsumieren. Artikel können weitergeleitet und archiviert werden. Mit einer Suchfunktion kann man sich Artikel der bereits erschienenen Ausgaben anschauen. Und wer die Brille verlegt hat, kann die Texte bis ins Unendliche vergrößern.

E-Paper sind preiswerter als die Papiervariante. Zudem können mehrere Personen einen online-Zugang nutzen. Für Eltern mit erwachsenen Kindern ein ideales Geschenk, das umso mehr geschätzt werden wird, umso schneller die Internetverbindung aufgebaut werden kann, beispielsweise mit innogy Highspeed.

Neben den E-Papers als online-Produkt unterhalten inzwischen alle Zeitungsverlage kostenlose Nachrichtenportale, die ausschließlich über Werbung finanziert werden. Die Leserschaft verteilt sich ähnlich wie in der Papierwelt: Bild.de liegt mit 368 Millionen Visits im März dieses Jahres auf Platz eins der Rangliste der meist geklickten Nachrichtenportale in Deutschland, gefolgt von Spiegel online mit 232 Millionen Besuchen und Focus online mit 179 Millionen Besuchen.

Ein Nebeneinander ist möglich

Inhaltlich haben die Angebote nichts mit den Print-Ausgaben der gleichnamigen Publikationen zu tun. Im Internet geht es um Aktualität in allen Bereichen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Gesundheit und vieles mehr. Ereignisse lassen sich hier minutengenau verfolgen, während die Print-Ausgaben irgendwann Redaktionsschluss haben. Die Verlagshäuser haben dementsprechend zum großen Teil eigene Redaktionsteams, die sich nur mit dem online-Journalismus befassen.

Ob die Zeitungen vom Aussterben bedroht sind – diese Frage wird gern und viel diskutiert. Fakt ist: Ein am Zeitgeschehen interessierter Mensch, der am frühen Morgen seine Zeitung beim Frühstück oder in der Bahn ausführlich gelesen hat, kommt nicht durch den Tag, ohne noch das eine oder andere Mal auf seinem Smartphone, Tablet oder PC in ein Nachrichtenportal zu schauen. Wer es sich leisten kann, wird an den alten Gewohnheiten festhalten, ohne das Neue zu verpassen.

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