So erkennen Sie Fake News

So erkennen Sie Fake News

Früher nannte man sie Ente, Falschmeldung, Hoax, Lügenmärchen oder Propaganda. Heute spricht man von Fake News. Als Donald Trump die politische Bühne betrat und der Begriff “Fake News” seinen Wahlkampf prägte, trat dieser Begriff einen weltweiten Siegeszug an und ersetzte die alten deutschen Bezeichnungen. 2016 wurde “Fake News” zum Anglizismus des Jahres gekürt. Fake News sind seither Teil unserer Kommunikation geworden, werden ungehindert in den sozialen Medien verbreitet und finden auch in den sogenannten seriösen Medien ihren Platz. Warum prägen Fake News heute so stark unser Leben und wie kann man die Lügen von der Wahrheit unterscheiden?

Internet und Unverfrorenheit fördern Fake News

Die Verbreitung von geschönten oder falschen Meldungen zur Erreichung eigener Ziele ist kein neues Phänomen. Neu ist die Möglichkeit, die das Internet zur Verbreitung bietet. 84 Prozent der Deutschen sind im Internet unterwegs und spielen hier nicht nur Spiele, shoppen oder konsumieren Videos, sondern informieren sich auch über das politische Geschehen. Zehn Jahre zuvor belief sich der Anteil der Onliner nach Angaben des Statistikportals Statista noch auf 65 Prozent. Neu ist außerdem die Unverfrorenheit, mit der Falschmeldungen als Mittel von Staaten, Unternehmen oder Interessengruppen zur Meinungsmanipulation eingesetzt werden – sowohl im Bereich Politik als auch in allen anderen Bereichen. Beide Komponenten zusammen ergeben eine unheilvolle Allianz. Ein Drittel der Deutschen hat schon Fake News wahrgenommen, so eine Umfrage des Consultingunternehmens PwC vom April dieses Jahres.

Kein Phänomen allein der sozialen Medien

Klassische Medien kaprizieren sich darauf, dass Fake News vor allem ein Phänomen der sozialen Medien sei. Vor allem Facebook, Social Bots, also Programme, die in sozialen Medien in Diskussionsverläufe eingreifen können, Fake Accounts und Fake Profiles stehen am Pranger. Aber böse “Enten” gelangen auch in die sogenannten seriösen Medien, weil Meldungen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr nachrecherchiert werden. Journalistische Tugenden verlieren an Bedeutung. Selbst das journalistische Handwerk wird zunehmend über Bord geworfen. Würden Nachrichten oder Beiträge häufiger die sieben “W-Fragen: wer, was, wo, wann, wie, warum und woher” beantworten, ließe sich ihr Wahrheitsgehalt leicht überprüfen.

Sprache und Quelle als wichtigstes Erkennungsmerkmal für Fake News

Ob es sich bei Meldungen oder Meinungsäußerungen im Internet um Wahrheit oder Lüge, Mensch oder Roboter handelt, lässt sich an einigen Merkmalen erkennen.

1. Schauen Sie sich die Texte an, lesen Sie mehr als nur die Überschrift. Roboter liefern zwar bereits eine gute Sprachqualität – verraten sich aber doch durch unnatürliche Fehler in Rechtschreibung und Grammatik.

2. Fehler bei der Schreibweise der Quelle, also der URL- oder E-Mail-Adresse, dienen ebenfalls als Indiz für gefakte Informationen.

3. Suchen Sie im Internet nach weiteren Meldungen zum Thema. Gibt es nur die eine Quelle, sollten Sie stutzig werden.

4. Wichtig für die Beurteilung einer Information ist die Ursprungsquelle. Seriöse Medien geben den Verfasser an oder informieren, woher die Meldung oder der Beitrag ursprünglich stammen. Selbst Nachrichtenagenturen sollte man nicht blind vertrauen.

5. Ob Fotos echt sind oder gefakt, lässt sich über eine Rückwärtsbildersuche erkennen.

Wie schädlich Fake News sind, hat inzwischen auch Facebook erkannt. Facebook geht davon aus, dass es sich bei derzeit fünf Prozent seiner monatlich aktiven Nutzer um Fake Accounts handelt. Im ersten Quartal 2019 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 2,2 Milliarden Fake Accounts entfernt. Weitere Aktionen zur Eindämmung von Fake News sind geplant, damit User vor Enten, Falschmeldungen, Hoaxen, Lügenmärchen oder der Propaganda besser geschützt werden.

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