So erhöhen Sie Ihre Privatsphäre in sozialen Netzwerken

Private Medien und Privatsphäre schließen eigentlich einander aus. Wer bei Facebook, Instagram, WhatsApp oder LinkedIn & Co. unterwegs ist, möchte sehen und gesehen werden. Mehr als zwei Milliarden Menschen kommunizieren weltweit über Facebook miteinander, allein in Deutschland nutzen 34 Millionen Menschen ihre Smartphones oder Tablets, um über Facebook mit Freunden in Kontakt zu treten und andere am eigenen Leben teilhaben zu lassen. Soziale Medien bieten wunderbare, vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation sowohl für private als auch für geschäftliche Nutzer.

Privatsphäre-Einstellung sorgfältig ausfüllen

Doch hat das Posten, Twittern und Streamen auch eine Kehrseite: Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Zudem sind in jüngster Zeit immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, dass einige Betreiber sozialer Medien ihnen anvertraute Daten missbraucht und an Dritte weitergegeben haben.

Wem der Schutz der persönlichen Daten wichtig ist, muss sich aber nicht von den sozialen Medien fernhalten. Man kann sehr wohl posten, twittern, bloggen oder streamen und trotzdem seine Privatsphäre schützen. Dies allerdings erfordert den sorgfältigen Umgang mit den Medien.

Regel Nummer eins: Lassen Sie sich viel Zeit beim Ausfüllen Ihrer Privatsphäre-Einstellungen, die alle Anbieter inzwischen offerieren. Hier können Sie entscheiden, wer welche Informationen erhalten soll und welche Daten aus Ihrem Umfeld durch Facebook & Co. genutzt werden dürfen. Sie müssen weder Klarnamen noch Adresse noch Geburtsdatum angeben. Wenn Sie allerdings auf Geburtstagsglückwünsche all Ihrer Freunde erpicht sind und das Datum auf Ihrem Profil speichern, hat natürlich auch der Betreiber Zugriff.

Persönliche Verantwortung für die eigenen Daten

Sie können beispielsweise bei vielen Plattformen Ihr Profil für Suchmaschinen unsichtbar machen und auch Ihre Kontaktdaten vor den Blicken der Öffentlichkeit schützen. Auch bei den Inhalten, also bei Beiträgen oder Fotos, können Sie entscheiden, wer diese sehen darf. Denken Sie bei dieser Entscheidung auch daran, die Daten Ihrer Freunde unter Verschluss zu halten. Besonders scharf sind die Betreiber auf Ihr Telefonbuch. Das sollte für Dritte grundsätzlich tabu sein.

Auch mit Fotos, auf denen Freunde oder Kollegen von Ihnen zu sehen sind, sollten Sie sorgfältig umgehen und vor dem Hochladen noch einmal darüber nachdenken, dass ohne die richtige Einstellung zwei Milliarden Menschen Zugriff darauf haben.

Sie müssen in den sozialen Netzwerken nicht mit Ihrem Klarnamen erscheinen. Auch besteht die Möglichkeit, für jede Plattform eine andere E-Mail-Adresse zu verwenden.

Sie sollten bei der Freigabe Ihrer persönlichen Daten immer daran denken: Niemand kann diese Daten in den sozialen Netzen sehen, nutzen oder missbrauchen, wenn diese dort niemals eingegeben wurden. Insofern: Zuallererst tragen Sie als Nutzer die Verantwortung für all die Dinge, die über Sie im Netz zu finden sind. Stellen Mitmenschen unerwünschte Inhalte oder Fotos zu Ihrer Person ins Netz, können Sie diese Person zuerst bitten, das Bild zu entfernen. Erfolgt darauf keine Reaktion, können Sie sich mit der Bitte auf Löschung an den Betreiber der Plattform wenden.

Betreiber an Ihren Daten für Werbekunden interessiert

Die Betreiber wünschen sich natürlich: je mehr Daten, desto besser. Denn mit schlauen Algorithmen lassen sich aus den Nutzerdaten Profile erstellen, die für Werbezwecke hervorragend genutzt werden können. Wenn Sie unter jedem Katzenbild bei Instagram ein “Like” hinterlassen, wird Ihnen schon bald Werbung für Ihre Katze auf den Bildschirm flattern – ohne dass Sie je angegeben haben, dass Sie eine Katze besitzen. Diese personalisierten Kaufangebote empfindet der eine als Plage (hier kann ein Adblocker helfen), der andere als willkommenen Service. In solchen Fällen wurden Daten nicht unbedingt weitergegeben, sondern Schlussfolgerungen aus dem Verhalten im Netz gezogen.

Haben Sie das Gefühl, dass entgegen den Datenschutzbestimmungen des Betreibers (die Sie gründlich lesen sollten) Informationen über Ihre Person an Dritte weitergegeben werden, sollten Sie nicht den Weg zum Anwalt scheuen. Die Datenschutz-Grundverordnung der EU gibt dem Verbraucher umfangreiche Rechte.

Vier von zehn Bundesbürgern stört übrigens nach einer aktuellen Studie “Vertrauen in Medien” der Unternehmensberatung PwC die Weitergabe ihrer Daten nicht, wenn dafür das Angebot kostenlos ist. Die Hälfte der Deutschen allerdings spricht sich gegen die Weitergabe ihrer Daten aus und gibt entsprechend möglichst wenige Daten preis.

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