Smart Cities: Schlaue Ideen für lebenswerte Städte

Ein grau verhangener Himmel, darunter grelle Lichterflut, eckige Wolkenkratzer, die bis in die trübe Wolkendecke reichen, ein Meer aus Beton und mehrlagige Ströme autonomer Flugautos, die lärm- und schwerelos durch den Stadtsmog gleiten: Diese Vision von der Stadt der Zukunft kennen wir aus Hollywoodfilmen, Science-Fiction-Serien oder Endzeitromanen. Wissenschaftler zeichnen mit ihrer Idee von der „Smart City“ allerdings ein ganz anderes, deutlich positiveres Bild.

Verbesserung der urbanen Lebensqualität

Wie sehen die Metropolen von morgen aus? Diese Frage beschäftigt viele Stadtplaner, Gesellschaftswissenschaftler und Zukunftsforscher. Die Idee der „Smart City“ vereint eine Reihe von Prinzipien, die in ihrer Summe die städtische Lebensqualität verbessern können. Dank moderner Technologien sollen sich die Menschen im urbanen Raum stressfrei fortbewegen, auf Frei- und Grünflächen erholen und moderne Energiekonzepte nutzen können. Kurzum: Die intelligente Stadt soll technologisch fortschrittlich, vernetzt, energieeffizient, gesund und grün sein – und darüber hinaus Menschen enger miteinander in Verbindung bringen. Bürgerinnen und Bürger profitieren von ganz konkreten Dingen wie stressfreiem Nahverkehr, vereinfachten (weil digitalisierten) Behördengängen, attraktiv gestalteten Freiflächen, sauberer Luft und weniger Lärm.

Bestes Internet für alle!

Smart Cities leben von der Interaktion und Datenvernetzung. Sie können einzelne Komponenten wie individuelle E-Mobilität, den öffentlichen Personenverkehr und Ladestationen für Busse, Roller und sonstige Elektrofahrzeuge nur dann klug integrieren, wenn die Verbindungen dafür geschaffen sind. Deshalb rüsten bereits heute viele Kommunen und Versorgungsbetriebe ihre digitale Infrastruktur auf, indem sie ihre IT-Systeme modernisieren, flächendeckend Glasfaserkabel verlegen und frei zugängliche WLAN-Netze sowie öffentliche Hotspots etablieren. Wahrscheinlich wird der Zugang zum Internet für uns bald genauso selbstverständlich sein wie das Benutzen eines Bürgersteigs. Auf jeden Fall profitieren wir in vielen Städten schon heute von hervorragender Bandbreite und offenen WLAN-Netzen.

Immer schön beweglich bleiben

Ein weiterer „Hot Topic“ intelligenter Stadtkonzepte ist das Thema Mobilität. Hier arbeiten die Kommunen schon viele Jahre intensiv mit den Nahverkehrsorganisationen zusammen, um zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln. In diesen werden zahlreiche innovative Aspekte berücksichtigt, so zum Beispiel umweltfreundliche Antriebssysteme, digitales Bezahlen, die Einbindung individueller Verkehrsmittel wie Fahrrad oder E-Bike, E-Tankstellen, optimierte Parkmöglichkeiten und eine zuverlässige Auskunft, in der beispielsweise auch aktuelle Verkehrsmeldungen enthalten sind. Die persönliche Mobilität hat einen hohen Stellenwert in der Stadtplanung und gilt als Grundpfeiler einer gleichberechtigten Teilhabe. Deshalb ist übrigens auch das Thema Barrierefreiheit ein wichtiger Faktor für die Planer von Smart Cities. Ein kluges Verkehrsmanagement sorgt außerdem dafür, dass die Städte in der Rushhour nicht mehr aus allen Nähten platzen – ist der öffentliche Personenverkehr attraktiver als die individuelle Anreise, lassen viele das eigene Auto in der Garage stehen. Die positiven Effekte: weniger Stress für Pendler, weniger Abgase, weniger Lärm.

Nachhaltige Stadtplanung und viel Platz für Erholung

Saubere Luft und ein geringerer Lärmpegel sind definitiv eine gute Sache für die Gesundheit – um die Bürger öfter ins Freie zu locken, sollen Kommunen, wo immer es möglich ist, kleine Naherholungsoasen schaffen. Eine nachhaltige, bürgerfreundliche Gestaltung von Plätzen, Parks und Gebäuden ist mittlerweile ein fester Punkt auf der Agenda der Stadtplanungsbüros. Ob der englische Rasen in wenigen Jahren von kommunalen Rasenmähroboterflotten automatisiert geschnitten wird, lässt sich heute sicherlich nicht sagen. Vernetzung und digitale Steuerungen werden allerdings bereits eingesetzt, zum Beispiel bei der witterungsangepassten Bewässerung von Grünanlagen.

Bund treibt Digitalisierung der Städte voran

Das Thema „Smart City“ ist so spannend wie reichhaltig. Wer sich gerne etwas ausführlicher mit dem Stadtbild der Zukunft befassen möchte, dem sei ein Blick auf das „Smart City Wheel“ empfohlen. Es wurde von dem US-amerikanischen Stadt- und Klimastrategen Boyd Cohen entwickelt und erntet mittlerweile auch von deutschen Städteplanern Anerkennung. Ebenfalls interessant ist die aktuelle Smart-City-Initiative der Bundesregierung, die in diesem Jahr bereits in die zweite Phase geht. Informationen zu innovativen Projekten in Deutschland gibt es auf der Website des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

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