Immer mehr Homeoffice auch ohne Rechtsanspruch

Jüngste Ankündigungen der SPD, abhängig Beschäftigten ein Recht auf Homeoffice verschaffen zu wollen, rückten das Thema Heimarbeit in jüngster Zeit in das Zentrum des öffentlichen Interesses. Politiker, Gewerkschafter und Unternehmer diskutieren die Vor- und Nachteile der Initiative in Funk und Fernsehen sowie in den sozialen Medien. Entsprechende Kommentare blieben nicht aus. Die wohl treffendste Meinungsäußerung lautet: Wer ein Recht auf Homeoffice will, muss auch ein Recht auf schnelles Internet gewähren.

Bessere Work-Life-Balance

Die Vorteile von Homeoffice für abhängig Beschäftigte liegen auf der Hand: Es erspart das oft zeitaufwendige Pendeln zum Arbeitsplatz und entlastet zudem den Verkehr. Viele Deutsche verbringen täglich eine Stunde und mehr im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, um zum Arbeitsplatz zu kommen. Außerdem können Mitarbeiter zu Hause über ihre Zeit frei verfügen. In einem Umfeld, in dem die Work-Life-Balance den Zeitgeist bestimmt und zu einem wichtigen Bestandteil der Arbeitswelt geworden ist, trägt das Homeoffice erheblich zu einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Arbeitsalltag und Privatleben bei. Vor allem die Kinder können profitieren, wenn die Eltern mehr Zeit mit ihnen verbringen.

Rasanter Anstieg bei Heimarbeitsplätzen

Vier von zehn Arbeitgebern (39 Prozent) geben ihren Mitarbeitern die Freiheit, auch abseits der klassischen Büroräume zu arbeiten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 800 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Unternehmen im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom. Demnach setzt sich ortsunabhängiges Arbeiten in immer mehr Unternehmen durch. 2016 erlaubte nur knapp jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) Homeoffice, 2014 erst jedes fünfte (20 Prozent). 46 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass der Anteil ihrer Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, in den kommenden fünf Jahren steigen wird.

Fortschreitende Digitalisierung fördert Homeoffice

Natürlich kommt Homeoffice ohnehin nur für bestimmte Berufsgruppen infrage. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW ist dies aber in 40 Prozent aller Jobs möglich. Tatsächlich arbeiten in Deutschland aber nur zwölf Prozent von zu Hause aus. Aber die Tatsache, dass immer mehr Arbeitnehmer mit Computern arbeiten, die das Arbeiten unabhängig von Zeit und Ort ermöglichen, steigert natürlich auch die Zahl derer, die ihren Job von zu Hause aus erledigen können. Noch vor einigen Jahren bestand die Frage nach der Heimarbeit gar nicht, weil kaum die Möglichkeit bestand, von außen auf Daten, die für den Arbeitsprozess benötigt werden, zuzugreifen. Inzwischen hat wohl die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten einen privaten Internet-Anschluss, der auch für das Homeoffice genutzt werden kann. Genau hier aber wird die Sache schwierig.

Hohe Geschwindigkeit für Datenübertragung erforderlich

Internet-Anschluss ist nicht gleich Internet-Anschluss. Natürlich können Journalisten zu Hause einen Artikel schreiben und diesen an die Redaktion schicken. Dafür reicht zur Not sogar ein Modem. Marketing-Mitarbeiter können Newsletter weltweit auch mit wenig Internet-Power versenden. Aber Ingenieure, die bei ihrer Arbeit in den eigenen vier Wänden auf große Datenmengen zurückgreifen müssen, brauchen entsprechende Übertragungsgeschwindigkeiten und sichere Übertragungssysteme – auch zu Hause. Wer seinen Chef heute überzeugen will, dass er von seinem Wohnort aus mindestens genauso effizient arbeiten kann wie im Büro, sollte sich vorher auch kundig machen, welche Up- und Downloadgeschwindigkeiten zu Hause möglich sind und vor allem, ob das Netzwerk stabil funktioniert.

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