Glasfaser-Chance für MüSiWa

Möhnetal, 14. März 2020

Möhnetal – Gute Nachrichten für das mittlere Möhnetal: Das Essener Energieunternehmen Innogy plant jetzt auch den Breitbandausbau in den Ortschaften Mülheim und Sichtigvor – und in einem zweiten Schritt die Verlegung von Glasfaser nach Waldhausen. Zum Start des Projekts versendet Innogy in der kommenden Woche Info-Karten an die rund 1400 Haushalte der beiden Ortsteile. Die Karten enthalten die ersten Informationen für die Bürgerinnen und Bürger.

Durchaus ein wenig neidisch hatten die Bewohner des Kirchspiels im vergangenen Jahr verfolgt, wie die Glasfaser-Zuleitung von Belecke nach Allagen direkt entlang der Möhnestraße verlegt wurde – mit dem steten Hinweis auf die Bundesförderung der Glasfaser-Anschlüsse in dem Nachbar-Ortsteil.

In Mülheim/Sichtigvor und Waldhausen waren dagegen keine Hausanschlüsse vorgesehen, weil diese drei Ortschaften durch den privaten Anbieter Sewinet per Richtfunk versorgt werden. Allerdings gab es bei dieser Versorgung mit Blick auf die sich stetig entwickelnden Anwendungen in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden über Ausfälle oder zu geringe Datentransfers. Immer wurde die Bitte an die Stadt heran getragen, doch auch für das mittlere Möhnetal eine Verbesserung zu erreichen. Zwischenzeitlich wurde die Richtfunkstrecke verbessert, aber noch immer sind die Möglichkeiten, die diese Anschlüsse bieten, vom Datentransfer her begrenzt.

Der Ausbau des Glasfasernetzes in Allagen sowie in kleineren Bereichen von Niederbergheim und Hirschberg sowie in den Gewerbegebieten Enkerbruch, Wästertal und dem Industriepark Belecke Nord konnte dank einer Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur auf den Weg gebracht werden.

Dann schien der Ausbau in weiteren Ortsteilen der Stadt Warstein jedoch ins Stocken zu geraten, weil die Orte Sichtigvor, Mülheim und Waldhausen bereits eine Förderung erhalten haben und damit einer siebenjährigen staatlichen Fördersperre unterliegen. Jedoch haben sich Bürgermeister Dr. Thomas Schöne und der Wirtschaftsförderer der Stadt Warstein Dirk Risse in Gesprächen mit dem Geschäftsführer der innogy für diesen Breitbandausbau eingesetzt. Mit Erfolg: Die Innogy hat entschieden, den Ausbau auf eigene Kosten durchzuführen. „Gerade für den ländlichen Raum ist es ungemein wichtig, im Highspeed-Zeitalter eine gute und stabile Anbindung an das Internet zu haben. Deshalb freut es mich, dass die Innogy nun den Weg geht und die beiden Ortschaften mit Glasfaser erschließt“, so Bürgermeister Dr. Schöne.

„Besonders wichtig ist es für uns aber auch, dass Waldhausen im zweiten Schritt schnelles Internet bekommen soll“, erklärt Wirtschaftsförderer Risse. Auch für ihn haben die Verhandlungserfolge einen hohen Stellenwert. „Innogy nimmt dafür Millionen in die Hand“, sagte Risse zu unserer Zeitung. Das hartnäckige Verhandeln habe sich gelohnt.

„Voraussetzung für den Ausbau ist, dass sich mindestens 50 Prozent aller Haushalte für ein Produkt entscheiden. Nur so können wir den Ausbau wirtschaftlich durchführen“, betont der Innogy-Ansprechpartner Heiko Grebe. Zum genauen Zeitplan des anschließenden Baubeginns können die Stadtverwaltung und Innogy noch keine verbindlichen Aussagen machen, da zunächst die Bauaktivitäten des aktuell im Bau befindlichen Förderverfahrens des Kreises Soest abgeschlossen werden müssen. Allerdings rechnet Wirtschaftsförderer Dirk Risse damit, dass Ende dieses Jahres die laufenden Arbeiten weitestgehend abgeschlossen sind. Im Idealfall könnten 2021 dann Sichtigvor und Mülheim und ein Jahr später Waldhausen angegangen werden. Vor allem um die Anbindung des kleinsten Warsteiner Ortsteil musste die Stadtverwaltung kämpfen, da aufgrund der Entfernung zur Möhnestraße im Möhnetal noch ein längeres Zuleitungskabel verlegt werden muss, was erhebliche Kosten verursacht.

Bildunterschrift: Das Kabel wurde 2019 verlegt – als Anbindung für Allagen. Nun aber sollen auch die Bewohner des MüSiWa-Kirchspiels den Anschluss bekommen können. © Reinhold Großelohmann

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