Digital Detox – das steckt hinter der digitalen Entgiftung

So schön Internet, Smartphone und Co auch sind – die digitale Welt sollte unser Leben nicht dominieren. Immer mehr Menschen fühlen sich durch die ständige Erreichbarkeit gestresst. Digital Detox soll helfen, den Umgang mit dem Handy & Co zu reduzieren. Doch ist Digital Detox die Lösung? Lesen Sie im folgenden Beitrag, wie man den Medienkonsum im Griff behält.

Intensive Nutzung digitaler Medien als Stressfaktor

Um es vorwegzunehmen: Wer oft auf sein Handy schaut, ist noch kein Junkie. Wer dagegen von Computerspielen nicht lassen kann, wird seit Juni 2018 laut Weltgesundheitsorganisation WHO als süchtig eingestuft. Die Diskussion darüber, wie sich die Digitalisierung auf das menschliche Verhalten auswirkt, ist in vollem Gange. Aktuell sind die Psychologen, Medienwissenschaftler, Soziologen oder Journalisten die Wortführer der Bewegung, die die intensive Nutzung von Mobiltelefonen, Tablets oder Computern – wofür auch immer – als Störung der Impulskontrolle bewerten.

Fakt ist: Mobiltelefone, Tablets, Laptops und Computer gehören zu unserem Leben. Der eine schaut ständig auf sein Display, weil jede Benachrichtigung für seinen Job wichtig ist, der andere will wissen, was die Freunde posten, und die Dritte schaut sich in jeder freien Minute gern Ballettszenen an. Nach Angaben der b4p-Trendstudie der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung GIK von 2018 tragen 66 Prozent der Deutschen ihr Smartphone immer bei sich. 64 Prozent schauen vor dem Zubettgehen noch einmal auf ihr mobiles Endgerät, und 58 Prozent lesen Nachrichten per SMS oder WhatsApp sofort. Und gleichzeitig fühlt sich jeder Vierte gestresst, weil er glaubt, ständig erreichbar sein zu müssen. Top-Stressfaktoren sind: der Job (44 Prozent), die Ansprüche an sich selbst (bei Frauen 41 Prozent, bei Männern 33 Prozent) und das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen (24 Prozent). 14 Prozent verbinden das Gefühl, etwas im Internet oder in den sozialen Netzwerken nicht mitzubekommen, mit emotionalem Stress. Zwei Drittel der Befragten befürchten außerdem, dass die Digitalisierung Stresskrankheiten begünstigt und zwischenmenschliche Beziehungen negativ beeinflusst.

Digital Detox als attraktiver Markt

Diese mit Umfragen belegte Überforderung durch die ständige Beschäftigung mit dem Mobiltelefon und anderen Geräten hat einen neuen Trend hervorgebracht: Digital Detox, digitales Entgiften. Digital Detox beschreibt das Bemühen, den Gebrauch digitaler Geräte und Medien zu reduzieren. Seit einigen Jahren schon wird der Begriff Detox, Entgiftung, im Zusammenhang mit der Entschlackung des Körpers gebraucht. Fastenwochen sind zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung der allzu Satten geworden. Und wie der Markt für Diäten und Fastenkuren schlagartig wuchs, so bietet nun der Markt für Digital Detox zahlreichen Unternehmen neue Einnahmemöglichkeiten: Coaches, Psychologen, Psychotherapeuten und Reiseveranstalter haben spezifische Angebote entwickelt, die die gestressten Seelen von der digitalen Qual befreien sollen. Der Vorsatz, weniger Zeit im Internet zu verbringen, gehört zum guten Ton. Und für all diejenigen, die noch nicht wissen, dass sie gestresst sind, wurde 2010 der erste Freitag im März als National Day of Unplugging (Nationaler Tag des Abschaltens) eingeführt.

Beherrschung als das Zauberwort

Zahlreiche Tipps werden im Internet veröffentlicht, wie man dem Stress mit dem Handy entgehen kann. Dazu gehören banale Dinge wie die Einrichtung Handy-freier Räume, die Kontrolle der täglichen Nutzungsdauer oder der Gebrauch des Flugmodus, wenn man konzentriert arbeiten will. Kuriose Empfehlungen sind die Nutzung von Landkarten anstelle von Google-Maps oder eines Weckers anstelle des Handys. Meist ist ohnehin nicht der Online-Konsum Ursache des Unwohlseins. Benachrichtigungen kann man ausschalten, endlose Chats mit einem Anruf abkürzen.

Letztlich heißt das Zauberwort beim Umgang mit den digitalen Reizen, die permanent auf uns einströmen: Beherrschung. Wer sich beim Essen beherrschen kann, braucht keine Fastenkur, und wer mit der Informationsflut gelassen umgeht und dem realen Leben mit all seinen Genüssen wie Treffen mit Freunden, Sport, Kino, Theater oder Reisen immer und überall Priorität einräumt, braucht keine digitale Entgiftung. Ein ausgeglichenes Leben bringt auch das Online-Offline-Leben in die Balance.

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