Die Echtzeitüberweisung kommt

Frau im Café mit Laptop und Kreditkarte

Es sind alltägliche Situationen: Der Arbeitgeber behauptet, das Gehalt pünktlich überwiesen zu haben, aber am folgenden Tag ist es immer noch nicht auf dem Konto. Oder: Zahlungstermin verpasst, um Skonto zu nutzen. Oder: Ein tolles Kleid aus dem Internet soll morgen zur Party getragen werden. Doch wird es erst losgeschickt, wenn das Geld auf dem Konto des Onlinehändlers gelandet ist.

All das ist ärgerlich. Unser Leben wird immer schneller, vieles läuft zeitnah: WhatsApp, SMS, Food-Service, Ticketbuchungen – das Internet macht es möglich. Nur die Banken arbeiten behäbig und bremsen so manches Online-Angebot aus.

Das wird sich nun ändern. Seit dem 21. November vergangenen Jahres ist in der EU die Echtzeitüberweisung, „SCT Inst“ oder „Instant Payment” genannt, möglich. In maximal 15 Sekunden kann mit dieser neuen Form der schnellen SEPA-Überweisung Geld transferiert werden, sowohl innerhalb Deutschlands als auch in die 34 zur „Single Euro Payments Area“ (SEPA) gehörenden Länder. Ein Segen für die Verbraucher. Allerdings will die traditionelle Finanzwelt mit diesem neuen Service nicht nur die Kunden glücklich machen – sie reagiert vor allem auf die rasante Entwicklung von Online-Bezahldiensten wie Paypal & Co, die sich mehr und mehr zu wahren Konkurrenten entwickeln.

Hypovereinsbank als Pionier in Deutschland

In Deutschland machte die zum italienischen Bankenkonzern gehörende Hypovereinsbank den Anfang. Zum feierlichen Start von “SCT Inst” am 27. November 2017 hat das Institut in nur 2,5 Sekunden eine Überweisung von Deutschland nach Italien geschickt. Allerdings braucht es Zeit, bis diese Dienstleistung tatsächlich von allen Banken angeboten wird.

Bereits 20 Finanzinstitute sind an dem neuen Zahlungssystem beteiligt: Etwa 600 Banken aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Lettland, Litauen, Malta, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien sind im Sepa Instant Credit Transfer Register registriert. Einsatzbereit wollen die meisten dieser Banken im Laufe dieses Jahres sein. Die Sparkassen kündigen den Einsatz des schnellen Zahlungssystems ab Juli 2018 an. Tatsächlich genutzt werden kann die Echtzeitüberweisung natürlich erst dann, wenn sowohl Sender- als auch Empfängerbank das Verfahren unterstützen.

Auftrag per Online-Banking oder App

Der Auftrag zur blitzschnellen Überweisung erfolgt per Online-Banking oder über eine App. Innerhalb weniger Sekunden wird der überwiesene Betrag dem Konto des Empfängers gutgeschrieben. Das Volumen pro Überweisung ist meist auf 15.000 Euro begrenzt.

Der Geldtransfer erfolgt rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Die Kosten für die Echtzeitüberweisung hängen vom Kontomodell ab, das mit der Bank vereinbart wurde.

Konkurrenz für das Bargeld

Experten gehen davon aus, dass mit dieser Form der Geldüberweisung auch das Bargeld weiter zurückgedrängt wird. Der Kauf von Gebrauchtwagen, der üblicherweise cash abgewickelt wird, kann nun auch per Instant Payment erfolgen. Selbst auf dem Flohmarkt kann man den tollen Spiegel auch dann mit nach Hause nehmen, wenn man gerade nicht genug Bares in der Tasche hat. Ein Klick – und das Geld hat den Besitzer gewechselt. So kann sich der Verkäufer direkt davon überzeugen, dass das Geld wirklich auf seinem Konto gelandet ist.

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