Breitband im Vollausbau in Sicht

24. Juni 2020

Energieunternehmen will im Juli mit der Vorvermarktung beginnen

Innogy will Vollerschließung für die Gemeinde Niederlützingen als eine der ersten in der Region garantieren

Brohl-Lützing. Im Ortsteil Niederlützingen der Doppelgemeinde Brohl-Lützing soll es, wenn es nach dem Willen von Ortsbürgermeister Dr. Frank Gondert geht, bald ein voll ausgebautes Glasfasernetz geben. Bisher war die kleine Gemeinde ein „weißer Fleck“ auf der Breitbandkarte, Internetnutzer verzweifelten an fehlenden Kapazitäten. „Ich freue mich ganz besonders, dass es der Gemeinde gelungen ist, Anbieter zu finden, die den Breitbandausbau in Niederlützingen vornehmen möchten, und dies auf höchstem technischen Niveau“, so Dr. Gondert. „Ein Leben ohne funktionierendes, leistungsstarkes Internet ist heute kaum noch vorstellbar. Eine gute Anbindung gehört zur Lebens- und Wohnqualität wie Wasser und Strom. Bei dem geplanten Eigenausbau durch private Unternehmen entstehen für die Ortsgemeinde überdies keine Kosten.“

Was ist der Plan?

Die umliegenden Gemeinden Oberlützingen, Burgbrohl und auch der Ortsteil Brohl sind bereits „teilausgebaut“, heißt, hier bestehen Strukturen, an die man anknüpfen kann. Dies geht aus den Schilderungen von innogy-Kommunalbetreuer Michael Dötsch hervor. „Wir sind seit mehr als zehn Jahren in der Region im Glasfaserausbau tätig“, so Michael Dötsch. „Die Entwicklung gerade jetzt in der Corona – Zeit hat gezeigt, dass ein schnelles Internet in der Wahrnehmung des Bürgers eine ganz andere Brisanz bekommen hat. Homeoffice und Homeschooling werden auch nach der Coronazeit bleiben. Längst haben wir uns an Videokonferenzen und Streaming gewöhnt. Da benötigt man ein zuverlässiges Netz.“

Und das Glasfasernetz garantiert nicht nur Datenübertragung in Höchstgeschwindigkeit, sondern auch den Transport jeglicher Datenmenge, ohne Begrenzung.

Über Burgbrohl und Oberlützingen könnte der Ort erschlossen werden, etwa 10 km Glasfaserkabel müssen verlegt werden. Das soll im nächsten Jahr erfolgen, als FttH (Fiber to the Home), Glasfaser an jedes Haus. Der Wermutstropfen: Die Kabel werden im offenen Tiefbau verlegt, in 60 oder 80 cm Tiefe. Das bedeutet natürlich Erdarbeiten, Bürgersteige, Straßen und für die Hausanschlüsse auch Privatgrundstücke müssen geöffnet werden. Den Hausanschluss bekommt aber nur der, der ihn auch bestellt. „Die Kosten für den Anschlussnehmer werden wir tragen, wenn er sich bei der bevorstehenden Vorvermarktung einen Vertrag sichert“, verspricht Michael Dötsch.

Investitionen im sechsstelligen Eurobereich

Für innogy bedeutet das ein Investitionsvolumen von mehr als 500.000 Euro. Das rechnet sich, wenn etwa 30 Prozent der potentiellen Anschlussnehmer sich auch vertraglich binden. Und das für zwei Jahre. Danach kann das Netz auch von anderen Anbietern genutzt werden.

Michael Dötsch: „Von Mitte Juli bis Ende September werden wir auf die Bürger in Nieder- und Oberlützingen zugehen und sie nach ihrem Interesse an diesem gemeinsamen Projekt befragen.“

Auch soll es eine oder mehrere Informationsveranstaltungen geben. Dies stellt Bürgermeister Dr. Frank Gondert in Aussicht: „Da wir coronabedingt große Abstände einhalten müssen, ist dies in der Lavahalle vorgesehenen.“

Bildunterschrift. v.l. innogy-Kommunalbetreuer Michael Dötsch, Ortsbürgermeister Dr. Frank Gondert, Beigeordneter Paul Delfs. Foto: HE

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