Anonymisierungssoftware – Identität verschleiern leicht gemacht

Anonymisierungssoftware – Identität verschleiern leicht gemacht

Wer beim Surfen keine Informationen über sich selbst preisgeben will, kann sich mithilfe von Anonymisierungssoftware schützen. Die Identität des Nutzers wird durch Verschlüsselung und Verdeckung von IP-Adressen getarnt.

Im Internet hinterlässt man Spuren. Öffnen Sie eine Website, erfährt der Betreiber dieser Seite die IP-Adresse, die Ihnen von Ihrem Provider zur Verfügung gestellt wird. Ihr Internetanbieter weiß ebenfalls, welche Seiten Sie besuchen und welche Daten Sie herunterladen. Das lässt sich nicht vermeiden, denn schließlich müssen die Daten von den aufgerufenen Seiten an Ihre IP-Adresse geschickt werden. Die IP-Adresse ist sozusagen Ihre Anschrift im Internet, Ihre Telefonnummer oder auch Ihr Fingerabdruck.

Natürlich unterliegen die Angaben dem Datenschutz. Trotzdem kann nicht nur Ihr Provider Ihr Verhalten nachvollziehen, auch die Administratoren von Internetseiten erhalten Informationen darüber, woher die User kommen, mit welchen Domains sie auf ihren Seiten unterwegs sind, welcher Browser benutzt und nach welchen Begriffen gesucht wird. Sie erfahren auch, auf welcher Seite Sie wie lange ausharren. Damit können Sie zwar nicht eindeutig identifiziert werden – ein unbehagliches Gefühl bleibt trotzdem.

Verschlüsselung per VPN oder Tor-Netzwerk

Aber: Wo im Internet ein Problem auftaucht, dort gibt es meist auch eine Lösung beziehungsweise zwei Lösungen.

Zum einen können Sie Ihre IP-Adresse mit einem Virtuellen Privaten Netzwerk, kurz VPN, verschlüsseln. Wenn Sie ganz normal eine Internetseite aufrufen, verbinden Sie sich, wie oben beschrieben, über Ihren Internetanbieter mit dem Internetanbieter der angesteuerten Seite. 20 Seitenbesuche pro Tag heißt: Ihre IP-Adresse wurde von 20 fremden Servern registriert. Bei der Nutzung eines VPN-Dienstes, also einer speziellen Sicherheitssoftware, verbinden Sie sich nur mit einem Server, der in Ihrem Auftrag dann die gewünschte Seite besucht und die Daten zu Ihnen übermittelt. Das heißt: 20 Seitenbesuche pro Tag, aber nur ein Server, dem Sie Ihre IP-Adresse offenlegen. Für die angesteuerte Seite ist jetzt nur die IP-Adresse der Anonymisierungssoftware sichtbar, nicht aber Ihre IP-Adresse. Diese kennt nun allerdings der Programmhersteller. Das ist aber allemal besser, als die IP-Adresse inklusive der anderen Spuren auf hunderten von Websites zu hinterlassen.

Sie können sich ein eigenes Virtuelles Privates Netzwerk aufbauen oder die Dienste kommerzieller Anbieter nutzen. Einige Browser haben VPN bereits vorinstalliert.

Zum anderen kann das kostenlose Sicherheitstool „Tor“ genutzt werden. Es schickt Ihre Anfragen ebenfalls nicht direkt an das gewünschte Portal, sondern über ein Netz von Servern. Nur der erste Server kennt Ihre wahre Identität. Die Stiftung Warentest warnte im vergangenen Jahr allerdings vor dem Tor-Netzwerk. Es gelte bei staatlichen Institutionen mitunter als verdächtig, da es auch von Kriminellen missbraucht wird.

Der Markt der Anbieter von Anonymisierungssoftware ist unübersichtlich. Alle großen Fachpublikation erstellen Rankings mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Anbieter. Bevor Sie sich für eine Software entscheiden, sollten Sie sich genau informieren. Schließlich trauen Sie dem Anbieter Ihr gesamtes Bewegungsprofil an.

Anonym, aber langsamer

Ein wesentlicher Nachteil jeglicher Anonymisierungssoftware liegt in der Reduzierung der Übertragungsgeschwindigkeit. Da der Datenverkehr nicht direkt, sondern verschlüsselt über einen zwischengeschalteten Server erfolgt, werden die Daten mehrfach ausgebremst. Je schneller Ihr Internet arbeitet, desto weniger werden Sie beim Surfen von diesem Handicap gestört. Möglicherweise empfiehlt sich dabei eine Aufstockung der Geschwindigkeit, beispielsweise durch den Einsatz der Produkte von innogy highspeed.

Trotz des genannten Nachteils wird VPN immer populärer. Besonders die Europäer  vertrauen diesem System. Laut einer Umfrage, die das Statistikportal statista veröffentlichte, nutzen 36 Prozent der Befragten in Europa VPN zum anonymen Surfen im Internet.

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